Savignyplatz, kurz vor dem Proktologen-Termin

Donnerstag, kurz vor zehn, Café Mosaique, Knesebeckstraße, Charlottenburg.

Gleich zurück zur Proktologenpraxis von Dr. Z. Akutsprechstunde, acht Leute vor mir, deshalb wurde ich nochmal rausgeschickt. Gut, dass ich gleich das Café fand. Nur über den Savignyplatz rüber und rein. Früher bin ich in solchen Fällen unentschlossen herumgestreunt, und habe versucht, mir das Ganze als Stadterkundungsrundgang o.Ä. zu verkaufen.

Nicht, wenn ich so viel Arbeit habe. Also Laptop auf, ins WLan eingeloggt und Buchkapitel vom heimischen Server runtergeladen. Das vierte macht technisch weniger Sorgen. Die anderen hatte es mir durch den blöden Korrekturmodus zerhauen, so dass ich alle Formatierungen entfernen und Änderungen per Hand markieren musste. Bääh.

Jetzt dann also das zweite Kapitel eines anderen Werkes: Arzthand oder irgendein anderes Gerät in meinem Hinterteil. Ich versuche mir zu sagen, dass alle Leute dort was mit dem Enddarm haben – joah. Das Ganze ist und bleibt: Geschmackssache.

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Lebenszeichen

Mein Bein tut weh. Seit zwei Wochen. Erst nur das Knie, dann auch bis runter in den Knöchel. Ist das Arthrose, weil ich das Bein falsch belaste, zu schwer bin, mich kaum bewege oder…?

Übermorgen ist MRT-Kontrolle. Nach einem Jahr wieder. Ich hatte schon überlegt, die Praxis anzuflehen, den Termin vorzuziehen, habe es dann aber sein gelassen. Erstens: Würde ich das tun, hieße das, eine innere Grenze zu überschreiten. Dann könnte ich keine Minute mehr ruhig sein, das Thema Krebs würde die Kontrolle über mein Leben wiedererlangen. Zweitens: Die Schmerzen fühlen sich anders an als damals.

Gibt mir das Sicherheit? Nein. Hinzu kommt, dass ich das Gefühl habe, mit meinem Darmausgang stimmt etwas nicht. Schließmuskel und so. Kein schönes Thema, weshalb ich auch hier zwei Wochen gezögert habe, bevor ich mir einen Termin beim Hasuarzt besorgt habe. Jetzt muss ich mein Anliegen nur noch zur Sprache bringen. Bin etwas ungeübt mittlerweile in solchen Dingen. Habe aber stärker als früher das Gefühl, mir und meiner Familie ein Mindestmaß an Umsicht schuldig zu sein.

P. wird am Montag 7 Jahre. Wie schnell es gehen könnte und sowohl der Geburtstag als auch Weihnachten und alles andere stünde wieder unter dem Vorzeichen K. Das will ich auf keinen Fall nach dreieinhalb sorglosen Jahren. Aber was wäre, wenn? Deshalb habe ich diese Woche zur Woche der Entscheidung ernannt, in der ich auch unangenehmen Dingen nicht ausweichen werde.

Bei T.s Bruder A. haben sie im Oktober Lungenkrebs im Endstadium entdeckt. Zwei Kinder, gerade gebaut und dann ändert sich auf einmal alles. Alles tritt zurück hinter diese Wahrheit: Das Leben ist demnächst zu Ende. Ich kann das nicht ermessen, es ist grauenhaft, daran zu denken, dass in so einem Fall “erwachsenes” Denken und Handeln gefragt ist, Vorkehrungen getroffen werden müssen.

Das Einzige in meinem Leben, das jemals in die Nähe dieser Eindrücke kam, war nicht mein eigener Krebs, sondern der Abschied von L. damals in Schweden. Ich war nochmal für fünf Tage hochgefahren, nachdem ich am Telefon Schluss gemacht hatte. Auch ein Tod, fünf Tage lang, aber das Leben ging danach wenigstens weiter.

Gäbe es den Glauben für mich, fände ich Trost. So finde ich Trost in der Gewissheit, dass noch nichts verloren ist. Noch lange nicht. Erst hören, was die Ärzte sagen. Alles andere wäre hysterisch und eine Verhöhnung derer, die bislang nicht so viel Glück hatten.

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Lieblingsalben, gerade

1. Blank Project (Neneh Cherry)
2. If You Wait (London Grammar)
3. Settle (Disclosure)
4. The Trinity Session (Cowboy Junkies)
5. Rome (Danger Mouse & Daniele Luppi)
6. Lungs (Florence + The Machine)
7. Ich bin – im Duett mit (Heinz Rudolf Kunze)
8. Der Name dieser Band ist Karpatenhund (Karpatenhund)
9. En plats i solen (kent)
10. Give You The Ghost (Polica)

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Fragen

Wo stehe ich, 45 Monate nach der Diagnose?

Bin ich dankbar für jeden einzelnen Tag, den ich seitdem erleben durfte? Habe ich die Zeit genutzt, so als ob jeder Tag der letzte wäre? Lebe ich bewusster jetzt? Begleitet mich immer die Angst davor, dass alles wieder von vorn beginnen könnte? Kann mir seit diesem Erlebnis nichts “Irdisches” mehr Angst machen? Würde ich dieses Mal besser wissen, wie ich dem Krebs begegne?

Nein. Nein. Nein. Nein. Nein. Nein.

Wo bin ich angelangt? Was habe ich gelernt? Was hat sich geändert?

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Rückschau: Die Sache mit dem Port

“Außerdem setzen wir Ihnen einen Port ein”, sagte Dr. K.

Ich saß Ihr gegenüber in einem Sprechzimmer – wieder war es Freitag Nachmittag und der Unfallchirurg M. hatte mich kurz zuvor mit einem geknurrten “Dann stellen Sie sich gleich mal in der Onkologie vor” schräg über den Virchow-Campus geschickt.

Wider Erwarten war Dr. K. eine dickliche, unsicher wirkende junge Frau mit glatten braunen Haaren und Allerweltsgesicht. “Wissen Sie, warum Sie hier sind?”, begrüßte sie mich, kaum dass ich mich hingesetzt hatte.

“Weil ich wahrscheinlich Krebs habe”, sagte ich. Und überhaupt: Woher sollte ich das wissen? Auch nach vier Wochen gab es noch keine Histologie, das Labor hatte sich über “Quetschartefakte” und zu wenig Material beschwert und außerdem war Urlaubszeit.

“Weil Sie eine Krankheit haben, die eventuell tödlich verläuft”, sagte Dr. K. und schaute mich durchdringend an. Was soll das hier werden, dachte ich. Ist die total psycho, oder was? “Und wir wollen etwas dagegen tun”, schob sie nach. “Deshalb nehmen wir Sie am Montag auf und checken dann ein paar Sachen.”

“Wozu ist das gut?”, fragte ich.

“Dann wissen wir, welche Teile Ihres Körpers eventuell noch befallen sind.” Diese Auskunft ließ an Klarheit nichts zu wünschen übrig – auch wenn sich bei mir gerade wieder das Gefühl einstellen wollte, neben mir zu stehen bzw. einen Zentimeter über dem Boden zu schweben. Dr. K. drückte mir gleich ein paar Aufklärungsbögen in die Hand: “Die bringen Sie am Montag unterschrieben mit. Wir punktieren Ihren Beckenkamm und holen da etwas Knochenmark heraus. Außerdem gehen Sie zum Ganzkörper-CT und Lungentest. Da es wahrscheinlich auf eine Chemotherapie hinausläuft, hier schon mal der Bogen dafür – ach ja, und dann setzen wir Ihnen gleich noch einen Port ein.”

“Einen Port?”

“Das ist eine Art Legobaustein mit einer Membran oben und einem dünnen Plastikschlauch an der Seite. Der wird in Höhe des Schlüsselbeins durch einen kleinen Schnitt unter die Haut geschoben und der Schlauch in Ihre Vene gesteckt. Die Membran ist durch die Haut anstechbar – darüber bekommen Sie dann alle Infusionen, Narkosen undsoweiter. Das hat den Vorteil, dass wir nicht lange nach Blutgefäßen suchen müssen.”

Aha. Wie bei einem Junkie also.

Fünf Tage später finde ich mich morgens, auf meinem Bett liegend, im Keller des Krankenhauses auf einem Gang wieder. Vor mir, wie beim Drive-in bei McDonalds, zwei andere – in diesem Fall Betten. Ganz vorn eine hysterische Frau mittleren Alters, die sich die ganze Zeit beschwert, wie unfreundlich mit ihr umgegangen wird und wie dilettantisch die Ärzte sind. Als sie endlich im OP ist, schlägt die Stunde der zweiten Frau. Sie will sich von den OP-Schwestern im Detail erklären lassen, was gleich mit ihr geschehen wird. Dafür haben die aber gar keine Zeit. Zu sehr sind sie mit sich selbst beschäftigt.

“Wir liegen also im Bett und ich so, hallo Schatz, anstrengender Tag gewesen? Er so: Lass mich in Ruhe, ich muss furzen. Auf einmal knattert es unter der Decke und er so: Geil, jetzt geht’s mir besser. Und stell’ Dir vor, kommt der doch tatsächlich zu mir rüber und will rummachen. Jetzt hatte ick aba so wat von keene Lust mehr.”

“So sind se halt, die Männer, wa?”

[etc.]

An meinem Fußende liegen meine Patientenakte und eine transparente Plastiktüte: “Power Port” lese ich. Na, dann kann ja nix mehr schiefgehen.

Dann bin ich dran. Es operiert ein Radiologe [sic!], Dr. S. Das Ganze unter Röntgen-Kontrolle, weshalb alles, u.a. mein restlicher Körper, mit Bleischürzen abgedeckt wird. Dr. S. redet die ganze Zeit mit einem jungen Arzt, der offenbar hospitiert, und erklärt ihm, warum er den Schnitt so setzt und nicht so, den Port so herum einschiebt und nicht so. Was für ein Angeber, denke ich, auf der linken Seite liegend, damit meine rechte Schlüsselbeinseite besser greifbar ist.

“So, jetzt nähe ich den Schnitt zu, hören Sie mich, Herr Eigner, wirkt die Lokalanästhesie noch, der Faden löst sich nach einiger Zeit von selbst auf, Schwester, der hier ist aber zu kurz, bitte einen neuen Faden, so, schauen Sie mal [Hospitant], ich nehme diesen Stich, der macht eine schönere Narbe… [etc. etc.]

Auch Monate später wird sich der Faden nicht aufgelöst haben, denn mein Körper hat ihn als Fremdkörper eingestuft und eingekapselt. Außerdem werden die Schwestern im Chemo-Raum anhand der Narbe, die sinnloserweise genau über der Membran des Ports verläuft, erkennen können, dass ich im Virchow operiert wurde.

“Virchow ist obendrüber, Waldfriede ist zickzack.”

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Rückschau: Tag eins, vierter Teil

Viel früher als gedacht sitze ich wieder im Wagen. Das Navi schickt mich durch die verstopfte Friedrichstraße Richtung Norden. Mist, jetzt kommt auch noch der Zeitdruck hinzu. Die Tumorsprechstunde geht nur bis 14 Uhr. Weiter auf der Chausseestraße Richtung Wedding, endlich da.
Ich rufe Isabella an und sage ihr, was mit mir los ist. Komisch, dass ich überhaupt schon Worte habe dafür. Dann durchs Eingangstor gelaufen, wo bin ich hier? Deutsches Herzzentrum als erstes – total falsch. Ich soll in die Unfallchirurgie, frage den Pförtner und renne los. Hier auf dem Campus alles übersichtlicher, es kann nur links oder rechts des angerartigen Platzes sein. Dann links in die richtige Hausnummer gegangen – doch nirgendwo eine Unfallchirurgie zu sehen. Leichte Panik. Ein Pfleger hilft mir weiter, ich gehe durch eine Schwingtür, hinter der mir eine blaugekleidete Frau Mitte 50 entgegenkommt. Ich frage sie, sie fragt mich, ich antworte, worauf sie über den Flur ruft: “Der neue Tumorpatient ist da!”
Der neue Tumorpatient – das bin ich. Ich setze mich in den Wartebereich, werde aufgerufen, betrete ein Kabuff mit zwei Schaltern. Suche mir einen aus, sage, wer ich bin und warum ich da bin. Kurzer Blick auf meinen Ausweis – die Frau hinter dem Schalter ist auch aus Görlitz. Na, sowas.
Wieder warten. Dann ein junger, schneidiger Assistenzarzt, der mich in ein Sprechzimmer führt. Hat meine MRT-Bilder in der Hand und schaut ernst. Klärt mit mir die Vorgeschichte ab und kündigt mir dann seinen Chef an, den Unfallchirurgen Dr. M. Der werde gleich erscheinen und sich um mich kümmern. Ich solle mich nicht wundern, er sei etwas bärbeißig, Kommunizieren nicht gerade seine Stärke etc., aber exzellenter Chirurg.
Prost, Mahlzeit.
Tür auf, M. kommt, quetscht mir die Hand, sagt etwas Joviales und wendet sich sofort meinen Bildern zu. “Sieht aus wie ein Lymphom”, sagt er dann. “Könnte aber auch ein Sarkom sein. Ich würde trotzdem auf Lymphom tippen.” Ich weiß weder, was ein Lymphom noch was ein Sarkom ist, lerne aber gleich den Unterschied kennen. “Wenn es ein Lymphom ist, können Sie Ihr Kniegelenk behalten.”
Und wenn nicht, denke ich, traue mich aber nicht zu fragen.
“Wann können wir ihn denn einschieben”, fragt M. seinen Assistenten und lässt sich von ihm ein Blatt reichen. Der OP-Plan. Er schaut kurz drauf, sagt dann: “Montag, 8.15 Uhr.”
“Dann werde ich operiert?”, frage ich.
“Dann machen wir eine Biopsie und schauen nach, was Sie da haben.”
“Und wann erfahre ich das?”
“Wir machen Schnellschnitt, das heißt jemand untersucht das Gewebe schon während der OP und versucht, zumindest eine Tendenz festzustellen. Sobald Sie aufgewacht sind, komme ich dann zu Ihnen und sage Bescheid.”
Er packt meine Hand erneut. “Bis Montag dann.”
Ich kann nur denken, dass es doch gar nicht so schlecht gelaufen ist. Worum es hier eigentlich geht, habe ich noch nicht begriffen. Mich packt ein Fluchtreflex: Nur raus hier, bevor noch weitere Hiobsbotschaften kommen. Heute scheint alles möglich: Dass sich das Ganze als Irrtum herausstellt, aber auch, dass mir einer sagt, ich hätte nur noch vier Wochen zu leben. Ich bin weder bereit, das eine zu hören, noch das andere. Ich will raus. Doch daraus wird nichts.
“Sie gehen jetzt zum Anästhesisten”, sagt der Assi. “Der klärt Sie über die Risiken der Narkose auf. Dann noch zum Arzt, der Ihnen sagt, was überhaupt mit Ihnen passiert.
Kurz darauf sitze ich in einem engen Gang, mit meiner gerade angelegten Patientenakte im Arm und hoffe, dass mir beim Laufen keiner von den losen Zetteln herausgesegelt ist.
Das Warten bremst mich abrupt aus. Seit drei, vier Stunden unter Volldampf um mein – so kommt es mir jetzt vor – Leben gekämpft, jetzt ertrage ich den Stillstand kaum. Weil er mich zwingt, der Situation ins Auge zu blicken: Tumor und ich, diese beiden Begriffe, die bislang nicht miteinander zu tun hatten, müssen jetzt in eine Relation gesetzt werden. Aber in welche?
Dann die Belehrungen, ich höre zu, unterschreibe und fliehe förmlich aus dem Zimmer.
Bin ich jetzt eigentlich krank? Plötzlich taucht der Gedanke in meinem Kopf auf. Dann müsste ich wohl eine Krankschreibung haben. Also nochmal in die Unfallchirurgie. Im Schwesternzimmer werden Wetten abgeschlossen – morgen Abend spielt Deutschland im WM-Viertelfinale gegen Argentinien.
“Kein Problem. Reichen erstmal acht Wochen?”, fragt M.s Assistent, als ich mein Anliegen vorgetragen habe.
Da verschlägt es mir doch die Sprache. Hat er gerade “acht” gesagt? Was wird das hier?
“Vier reichen”, krächze ich, ohne zu wissen, warum ich das sage.
Dann, endlich, bin ich draußen. Laufe Richtung Ausgang, rufe Kollegin C. in der Redaktion an und teile ihr mit, was die Stunde geschlagen hat.
Sie verspricht, das Thema Krebs vorerst nicht zu erwähnen.

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Herrndorf, noch 20 Monate

Schon mehr als die Hälfte gelesen. Am Anfang dachte ich tatsächlich, er solle sich nicht so haben, schließlich würde er ja noch dreieinhalb Jahre zu leben haben. Das war Unsinn, denn er hatte ja keine Ahnung. Mit jeder Seite jetzt nähert sich sein Leben dem Ende, jetzt sind wir schon bei Ende 2011. Aber wenn ich nicht weiterlese, wird er ja auch nicht wieder lebendig.

Am schlimmsten diese Verzweiflungsausbrüche, das Schreien, das Weinen und das Gefühl, dass alles, alles umsonst ist, nichts etwas am Bevorstehenden mehr ändern kann.

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Neustart nach 19 Monaten

Zu Weihnachten auf eigenen Wunsch “Arbeit und Struktur” von Wolfgang Herrndorf bekommen. Sein während dreier Jahre Hirntumor entstandenes Blog in Buchform. Entdecke zahlreiche Parallelen: Dass er überhaupt gebloggt hat, während der Chemos wie besessen an seinem Bestseller “tschick” gearbeitet hat (na gut, Bestseller hatte ich keinen bis jetzt, aber er wusste das ja während der Arbeit auch nocht nicht…). Bin jetzt in der Mitte angekommen, das Buch beschäftigt mich sehr, auch wenn ich nicht drin lese. Mit einem 100 Prozent tödlichen Tumor leben, die Frage nicht, ob ein Rezidiv kommt, sondern wann? Hilft es da, dass er es schließlich deutlich über die durchschnittliche Lebenserwartung hinaus geschafft haben wird. Wenn er gar nicht weiß, wie lange er noch hat? Aber ihm war es immer das Wichtigste, seine Buchprojekte noch abschließen zu können. Das Zweitwichtigste war ihm, seinen Tagen Struktur zu geben, sich zu einem sozialen Dasein zu zwingen und nicht zu versinken. Vieles ähnelt den alten Einträgen in diesem Blog hier – die Diagnose “Raumforderung”, das Herumeiern in Sachen Histologie, widerstreitende Ärztemeinungen, MRT, PET-CT und Strahlen. Vieles erkenne ich wieder, obwohl es bei mir ganz anders war, viele Bilder tauchen auf. Die Masken für die Hirntumor-Kranken im Regal der Strahlenklinik, wo ich nur mein nicht betroffenes Bein mit einem Gurt fixieren musste. Herrndorf hatte so wie ich es verstehe wohl eine Partnerin, aber keine Kinder. Das gab ihm die Freiheit, sich in die Arbeit zu stürzen und zu verreisen, wann und wohin er wollte. Daran sehe ich den größten Unterschied zu meiner Geschichte: Während er wusste, dass seine Zeit begrenzt war, habe ich drei Jahre “normalen” Lebens hinter mir – mein größter Wunsch ist in Erfüllung gegangen, dass der Krebs nicht den Rest meines Lebens diktieren würde.

Hallo Blog, ich bin wieder da.

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Finanzen, Teil 2

Das Steuerprogramm hat für 2011 eine Nachzahlung von 1550 Euro ausgerechnet. Gleich getrennte Veranlagung gewählt. War 45 Euro billiger.

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Finanzen in Aufruhr

Hatte ich bis vor kurzem das Gefühl, die Zeit meiner Krankheit finanziell gut gemeistert zu habe und dank Kranken-, Übergangs- und Arbeitslosengeld sowie Gründungszuschuss clever über die Runden gekommen zu sein, ergibt sich dieser Tage ein realistischeres Bild:

Zuerst die wilden Ausschläge des Steuerprogramms angesichts meiner BU-Rente, dann die 418 Euro Nachzahlung aus der Nebenkostenabrechnung.

Mal sehen, was noch alles kommt…

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